Hippotherapie
Es dauert oft lange, bis sich eine vielversprechende Heilmethode neben der Schulmedizin durchsetzt. So war es auch beim therapeutischen Reiten. Der Einsatz von Pferden in Rehabilitation und Therapie gewann 1952 Popularität, als die Dänin Lis Hartel, trotz Kinderlähmung und Gehbehinderung bei den Olympischen Spielen eine Silbermedaille im Dressurreiten gewann.
Inzwischen ist das therapeutische Reiten weltweit etabliert und seine Erfolge erforscht und nachgewiesen. Die Hippotherapie gilt heute als Bestandteil der krankengymnastischen Behandlung und kann speziell dort helfen, wo herkömmliche Methoden versagen. sie hilft bei der Behandlung der Folgen von Schlaganfällen, Multipler Sklerose, ist gut bei neurologischen Ausfallerscheinungen, z.B. Schädel-Hirn-Traumata und für Menschen mit Spastik.
Die dreidimensionalen Schwingungen des Pferdes übertragen sich über das Becken auf den Rumpf und den ganzen Körper. Haltung und Gleichgewicht werden trainiert, der Muskeltonus reguliert und Stützreaktionen verbessert. Auch Atmung, Ausdauer und Koordination werden positiv beeinflusst. Die Patienten - insbesondere Kinder - lassen sich gerne auf den Co-Therapeuten Pferd ein und arbeiten entspannt und mit großer Aufmerksamkeit. So können unsere speziell ausgebildeten Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten in kürzester Zeit erfolgreich die erforderlichen Therapien durchführen.
Beim therapeutischen Reiten und Voltigieren werden in Verbindung mit gezielten Übungen auf dem Pferd Motorik, Körperhaltung, Gleichgewicht, Wahrnehmung und Koordination verbessert. Kinder lernen in der Gruppe auf spielerische Art soziales Verhalten, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung. In angstfreier Atmosphäre wird ein natürlicher Zugang zum Pferd vermittelt.
Indikationen Frühkindliche Hirnschädigungen (z.B. ICP, MCD) ● Posttraumatische Erkrankungen ● (Schädelhirntraume, Amputationen) ● Zustand nach Apoplexie ● Multiple Sklerose ● Spina bifida ● Morbus Parkinson ● Muskeldystrophien ● Alle neurologischen Erkrankungen, | Therapieziele:● Tonusregulierung ● Verbesserung der Koordination ● Förderung des Reaktionsvermögens ● Förderung der Rumpfkontrolle/Symmetrie ● Verbesserung des Gleichgewichts ● Wahrnehmung und Raumorientierung ● Steigerung von psychischer Belastbarkeit ● Anbahnung eines physiologischen Gangbildes |